Hintergrund

Die Fähigkeit zu hören ist ein wichtiger Faktor für eine gute Lebensqualität. Weltweit sind jedoch ca. 360 Millionen Menschen von einer Hörstörung betroffen. Bedingt durch die steigende Lebenserwartung und zunehmende Lärmbelastung im Alltag wird für die Zukunft eine stetige Zunahme der Anzahl Schwerhöriger erwartet .
Hörstörungen entwickeln sich meist schleichend. Erste Anzeichen äußern sich z.B. darin, dass bei Gesprächen in größeren Gruppen nicht mehr angemessen verstanden wird. Da die Kommunikationsfähigkeit in hohem Maße von der korrekten Wahrnehmung akustischer Signale abhängt, wirken sich Einschränkungen der Hörfähigkeit auf nahezu alle Bereiche des Alltags aus. Bei beginnender Schwerhörigkeit ist jedoch nicht immer sofort ein Hörgerät notwendig. Ein Hörtraining kann dabei helfen, die Hörfähigkeit gezielt zu trainieren, die Hörgesundheit zu fördern und einer Verschlechterung der Hörleistung vorzubeugen.
Bei vorangeschrittenen Hörverlusten ist die Versorgung mit einem Hörgerät oder Cochlea-Implantat in vielen Fällen dennoch unumgänglich. Die alleinige Anpassung der Hörhilfen reicht jedoch häufig nicht aus, um die Hörprobleme angemessen auszugleichen und das Sprachverstehen deutlich zu verbessern. Um sich an die neuen Höreindrücke zu gewöhnen und die optimale Hörleistung erzielen zu können, ist ein zusätzlicher Lernprozess notwendig. Ein Hörtraining kann diesen Lernprozess unterstützen und ermöglicht es den Betroffenen zudem, sich aktiv am Erreichen des gewünschten Hörerfolgs zu beteiligen.
Aufgrund des steigenden Bedarfs an Hörtrainings und der gleichzeitig knapper werdenden Ressourcen im Gesundheitswesen werden ergänzende und alternative Konzepte zur derzeitigen therapeutischen Versorgung Schwerhöriger benötigt. Im Zeitalter der Digitalisierung stellen teletherapeutische Interventionen eine zeit- und kostenökonomische Möglichkeit dar, diesen Bedarf zu decken. Die Patienten profitieren dabei vor allem von der hohen Flexibilität hinsichtlich des Therapieortes und der Therapiezeit in Ergänzung zur fachlichen Begleitung durch ein therapeutisches Team.

Ziel des Projektes Train2Hear

Ziel des Projektes Train2Hear ist die Entwicklung und Erprobung eines adaptiven teletherapeutischen Hörtrainings für Menschen mit reduziertem Hörvermögen.

Das interaktive Übungsprogramm soll sich dem Leistungsstand und den Bedürfnissen der Betroffenen anpassen und eine individualisierte und alltagsnahe Hör- und Sprachrehabilitation ermöglichen. Durch die Kombination aus selbstständigem Training über das webbasierte Lernportal und der fachlichen Anleitung und Begleitung sollen die Hör- und Kommunikationsfähigkeit der Nutzer verbessert und daraus resultierend die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefördert werden.

Projektstart

März 2017

Laufzeit

3 Jahre

Förderung

Das Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.